National Monument Westerbork

Das National Monument Westerbork ist eines der aussagekräftigsten und beeindruckendsten Denkmäler, der tausenden Kriegsdenkmäler in den Niederlanden. Das Monument, entworfen von Ralph Prins, soll die Erinnerung an das Lager Westerbork lebendig halten. Frühere Versuche der Provinz Drenthe ein Denkmal zu errichten scheiterten, auch durch Widerstand aus der jüdischen Gemeinde.

Ralph Prins versuchte mit so wenig Hilfsmitteln wie möglich am Ende der neunzig Meter langen Gleise darzustellen, dass an diesem Ort etwas schreckliches geschehen ist. Die nach oben gebogenen Gleise stehen für falsche Hoffnung und sind so bearbeitet, dass sie wirken, als ob auf sie geschossen wurde. Die Holzschwellen darunter erinnern an die Vernichtung. Je näher sie dem Ende der Gleise sind, umso zersplitterter sehen sie aus. Die Schienen ruhen auf 93 Schwellen, die für die 93 Transporte aus dem Lager Westerbork stehen. Die vier nicht direkt mit den Gleisen verbundenen Schwellen symbolisieren die vier Transporte, die aus anderen Orten der Niederlande in den Osten fuhren. Die Mauer aus drenther Feldsteinen wirkt aus der Ferne wie ein Haufen Schädel. Diese Mauer schließt das Monument optisch ab. Davor steht der Prellbock, ganz in der Nähe des Platzes, an dem auch im Krieg die Bahnlinie aus Hooghalen im Lager endete. Den originalen Prellbock, der sich nicht unweit des Nationalen Monuments befindet, wollte Ralph Prins bewusst nicht mit in das Denkmal einbeziehen. Das gilt für alle Materialien des Denkmals; nichts stammt aus dem Lager, auch die Gleise nicht. Des Weiteren ist noch der Bibeltext Klagelieder 4:18 auf zwei Marmorplatten zu finden.

Das National Monument ist vielleicht das einzige Denkmal, das zweimal enthüllt wurde. Bei der offiziellen Einweihung am 4. Mai 1970 war nur eine ausgewählte Gruppe von Würdenträgern und Journalisten anwesend. Auffallend war die Abwesenheit von Lagerüberlebenden, Hinterbliebenen und ihrer Organisationen: sie waren nicht eingeladen worden. Daher organisierte das niederländische Auschwitz Komitee im September 1970 eine zweite Einweihung, die im Beisein von über 150 Überlebenden stattfinden konnte. Heute wird die jährliche Gedenkfeier am nationalen Monument jedoch am 4. Mai abgehalten im Beisein tausender Interessierter.