Ausstellung Durchgangslager Westerbork

 

Die Ausstellung über die Geschichte des ehemaligen Durchgangslagers Westerbork erzählt persönliche Geschichten - von Menschen, die Häftlinge des Lagers Westerbork waren und in den Osten deportiert wurden, aber auch von ihren Bewachern, Zugführern, Nachbarn und den Menschen, die Juden halfen, unterzutauchen oder zu fliehen.

Im Sommer des Jahres 1942 wurde das Lager Westerbork ein Durchgangslager: Ein Ort an dem Juden aus den gesamten Niederlanden konzentriert wurden, um sie dann zu deportieren. Dies war der letzte Schritt der Judenverfolgung. DieAusstellung erzählt die Geschichte von verfolgten Männern, Frauen und Kindern ab dem Moment an dem sie von Zuhause abgeholt wurden. Einige blieben nur kurz in Westerbork, andere blieben Monate oder gar Jahre im Lager.

Kamp Westerbork war wie eine Stadt in der Heide. Das System war darauf ausgerichtet, das Bild eines normalen Lebens mit einer Schule, Arbeit, einem Krankenhaus und Entspannung vorzugaukeln. Im Jahr 1944 gemachte Filmaufnahmen zeigen dieses Bild des Lagers. Sie sind in der Ausstellung zu sehen. Aber es war ein System der falschen Hoffnungen: Jeden Dienstag fuhr ein Zug mit unbekanntem Ziel aus dem Lager ab. Am 15. Juli 1942 fuhr der erste Deportationszug ab. Darauf folgten bis September 1944 noch 92 weitere Transporte. Insgesamt wurden ungefähr 107.000 Menschen aus dem Lager Westerbork abtransportiert: nur 5.000 kehrten zurück. Erinnerungen von Überlebenden können in Audiofragmenten angehört werden.

Kamp Westerbork wurde am 12. April 1945 befreit, aber das Gelände blieb in Gebrauch. Nur wenige Wochen nach der Befreiung wurde das Lager als Internierungslager für Niederländer verwendet, die der Kollaboration verdächtigt wurden. Dies dauerte bis zum Oktober 1948. Danach war das Lager eine Bleibe für Angehörige des Militärs. Im Jahr 1950 wurde Westerbork ein Auffanglager für vertriebene indische Niederländer. Die längste Zeit seiner Geschichte – vom Jahr 1951 bis 1971 – war das Lager ein Wohnort für Molukker (Wohnsiedlung Schattenberg). Danach verschwand immer mehr des ehemaligen Durchgangslagers: Baracken wurden abgerissen oder verkauft. Die Erinnerung blieb und in den Ausstellungen wird erzählt wie nach dem Krieg mit diesem besonderen Ort umgegangen wurde.

Am Ende der Ausstellung gibt es eine Ecke in der man selbstständig nach jüdischen Gemeinden in den Niederlanden vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg suchen kann. Die Ausstellung ist für Jung und Alt zugänglich. Für Kinder ab 7 Jahren gibt es kleines Heft, mit dem sie eine Erkundungstour durch das Museum machen können.