Geschichten aus dem Versteck

Die Ausstellung Geschichten aus dem Versteck beschäftigt sich mit den Schicksalen jüdischer Untergetauchter. Es sind Fotos und Objekte vom Herinneringscentrum Kamp Westerbork, dem NIOD (Niederländisches Institut für Kriegsdokumentation), dem Verzetsmuseum (Widerstandsmuseum) Amsterdam und dem Fries Verzetsmuseum (Friesisches Widerstandsmuseum) zu sehen. Ein Teil davon war davor noch nie in einer Ausstellung zu sehen.

Um im 2. Weltkrieg untertauchen zu können, waren Geld, Kontakte und Hunderte von Aufenthaltsorten nötig. Aber auch der Mut und die Bereitschaft, sich isoliert in einem kleinen Zimmer oder einem Hohlraum einer unsicheren Zukunft zu stellen. Ungefähr 25.000 niederländische Juden entschieden sich zu diesem Schritt. Ein Teil von ihnen wurde verraten, zufällig entdeckt oder, weil ihnen das Geld ausging, festgenommen und über das Durchgangslager Westerbork in die Lager in Osteuropa deportiert. Schätzungsweise 16.000 niederländische Juden überlebten dank des Abtauchens in den Untergrund den Krieg.

Französischunterricht
Die Geschichten in der Ausstellung werden anhand von Fotos und Zitaten erzählt.
Dadurch fällt es einem leichter, sich die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen der Untergetauchten vorzustellen.

„Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was das bedeutete, untertauchen. Ich weiß nicht, ob ich das Wort davor schon einmal gehört hatte“. - Truus Stern van Zuiden

Truus Stern van Zuiden bekam während ihrer Zeit im Untergrund in Veenhuizen Französischunterricht von ihrer „Ersatzmutter“ Eef van der Linden, die sie versteckt hielt. Den Unterricht erhielt sie in dem kleinen Zimmer, in dem sie sich auch versteckt hielt. Das Notizbuch, welches sie benutzte, um die Vokabeln aufzuschreiben, ist in der Ausstellung zu sehen.

Fotos aus dem Versteck
Eine Besonderheit bilden auch die zuvor noch nie gezeigten Fotos aus einem Untergrundversteck im Den Haager Viertel Statenkwartier. Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen das jüdische Ehepaar Paul und Selma Stibbe de Raaij und die Bewohner des Hauses, das Ehepaar Hof. Offiziell wohnte nur Betty Hof in dem Haus, da ihr Mann Eddy in seinem eigenen Haus untertauchen musste, um der Zwangsarbeit in Deutschland zu entkommen.

Freizeitgestaltung

In der Ausstellung ist außerdem eine von dem österreichischen Juden Fritz Tauber bemalte Fliese zu sehen. Fritz und seine Frau versuchten, so viel wie möglich bei den Menschen, die sie versteckt hielten, im Haushalt mitzuhelfen. Wenn es nichts zu erledigen gab, nutzte Fritz seine freie Zeit zum Bemalen und Verzieren von Fliesen.

Die Ausstellung Geschichten aus dem Versteck ist vom 7. April 2018 bis zum 6. Januar 2019 im Herinneringscentrum Kamp Westerbork zu sehen.